Lenk- und Ruhezeiten

In Rundfunk und Presse ist immer wieder von Überschreitung bzw. Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten zu hören bzw. zu lesen. Doch kaum ein Laie weiß, was sich hinter der Vielzahl von Vorschriften und Maßgaben verbirgt.

Um Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Vorschriften zu verschaffen, sind hier die wichtigsten Vorschriften erläutert:

  • Lenk- und Ruhezeiten sind für Fahrzeuge vorgeschrieben, deren zulässiges Gesamtgewicht (einschließlich Anhänger) 3,5 to überschreitet, oder die mehr als 8 Fahrgastplätze haben. Die Einhaltung wird anhand so genannter Diagrammscheiben überprüft, auf denen Geschwindigkeit, Zeit und gefahrene Kilometer aufgezeichnet werden. Fahrzeuge, die seit dem 01.05.2006 zugelassen werden, sind mit einem Digitalen Tachometer ausgestattet. Die entsprechenden Daten werden hier auf der sogenannten Fahrerkarte gespeichert, die jeder Busfahrer zusätzlich zu seinem Führerschein mit sich führen muss.
  • Man unterscheidet zwischen den höchst zulässigen Lenkzeiten und den vorgeschriebenen Ruhezeiten. Die Lenkzeit darf bei der Einfahrerbesatzung 9 Stunden nicht überschreiten. Zu den Lenkzeiten zählen sämtliche Zeiten, während denen sich der Fahrer am Steuer des Fahrzeuges befindet. Also keine Pausen auf einer Raststätte oder während die Gruppe ihrem Programm nachgeht, wohl jedoch Zeiten, die der Fahrer während eines Staus hinter dem Steuer sitzt. Zweimal pro Kalenderwoche darf die Lenkzeit auf 10 Stunden am Tag ausgedehnt werden.
  • Kein Mensch kann sich 9 bzw. 10 Stunden am Stück auf den Verkehr konzentrieren. Deswegen schreibt der Gesetzgeber Fahrtzeitunterbrechungen vor. So muss nach spätestens 4,5 Stunden eine 45 minütige Pause eingelegt werden. Diese Pause darf jedoch in zwei kürzere Pausen aufgeteilt werden, von denen die erste mindestens 15 Minuten und die zweite mindestens 30 Minuten lang sein muss.
  • Ebenso wie die Lenkzeiten sind die Ruhezeiten genau festgelegt. So muss der Fahrer eine nächtliche Ruhezeit von 11 Stunden einhalten, in denen er das Fahrzeug nicht bewegen darf. Zweimal in der Woche darf die nächtliche Ruhezeit auf 9 Stunden verkürzt werden.

Gerade bei Busreisen liegt eine große Verantwortung beim Fahrer und demjenigen in der Gruppe, der die Reise organisiert und plant. Schnell wird im Eifer der Planung und der Fülle der Möglichkeiten in der Programmgestaltung die Pausenzeit des Fahrers vergessen. Bei zu straffer Zeitplanung besteht immer das Risiko, dass Stau oder Berufsverkehr zu längeren Fahrzeiten und damit zu kürzeren Pausenzeiten führen. Denken Sie bitte immer daran, dass die Sicherheit der Fahrgäste höchste Priorität bei der Planung und Durchführung einer Busreise haben muss. Wir beraten Sie gerne bei der Planung Ihrer Busreise.

Stand: April 2007

Weitere Informationen zum Thema "Lenk- und Ruhezeiten" finden Sie auf der Homepage der Verkehrsrundschau.